Ist ADS/ADHS eine Behinderung?

  • Posted on: 8 August 2016
  • By: Limbic Systems

Die Symptomatik von ADS bzw. ADHS bringt eine Reihe von sozial- und arbeitsmedizinisch relevanten Aspekten mit sich. Schon in Schule und Ausbildung bleiben die Betroffenen oft hinter ihren Möglichkeiten zurück. Die Leistungsfähigkeit im Job ist durch Konzentrationsstörungen, schwache Selbstorganisation und mangelndes Zeitgefühl beeinträchtigt. Eine höhere Entlassungsrate und häufige Jobwechsel sind die Folge. Aber auch in der privaten Lebensführung treten zum Beispiel durch Impulsivität, Ungeduld oder Stimmungsschwankungen Probleme auf, die zu kurzlebigen Partnerschaften oder erhöhten Scheidungsraten führen können. Mit anderen Worten: Ab einem bestimmten Schweregrad führt eine ADS oder ADHS durchaus zu einer dauerhaften und gravierenden Beeinträchtigung der sogenannten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen „Teilhabe“ und erfüllt somit die Definition einer Behinderung. Für Betroffene bedeutet dies, dass sie beim zuständigen Amt für Versorgung und Soziales einen Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung (GdB) stellen können. Das Versorgungsamt fordert dann einen Befundbericht beim behandelnden Facharzt/-ärztin und/oder Psychologen an und beziffert daraus den Grad der Behinderung. Für die Feststellung des GdB ist die Schwere der Beeinträchtigung im Alltagsleben ausschlaggebend: Liegt eine Auswirkung auf die Integrationsfähigkeit in mehreren Lebensbereichen vor, kann ein GdB zwischen 30 und40% vergeben werden, ansonsten wird der GdB nur mit 10-20% veranschlagt.